Mitgliederversammlung des Pferdezuchtvereins Celle-Südheide 2020

Mitgliederversammlung des Pferdezuchtvereins Celle-Südheide 2020

Am 28. Februar fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Pferdezuchtvereins Celle/ Südheide in den Jahnstuben in Nienhagen statt. Knapp 40 Mitglieder und Gäste begrüßte der Vorsitzende Dieter Köneke.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Ehrung erfolgreicher Mitglieder. Dr. Cord Gaus, Großmoor, wurde mit der Goldenen Plakette der FN für 40 Jahre erfolgreiche Pferdezucht ausgezeichnet. Jochen Bruns, Isernhagen, wurde für seinen hocherfolgreichen Peter Pan von Perpignon/ Escudo I geehrt, der unter dem Schweden Henrik von Eckermann zahlreiche internationale Erfolge sammeln konnte.  So war das Paar beim World Cup- Turnier in Amsterdam, Göteborg und Dubai erfolgreich. Theresa Bahlsen, Burgdorf, erhielt für ihren Junghengst Vermeer von Vitalis/ Sir Savoy am 25.10. bei der Körung in Verden den begehrten Titel gekört. Werner Schultze, Langlingen, wurde in Verden mit dem Stakkato- Preis für den erfolgreichsten Springhengst des Prüfungsjahrgangs 2019, Karajan von Kanan/ Verdi, ausgezeichnet. Wilfrid Hilse, Eicklingen, trat nach 20 Jahren von der Vorstandsarbeit zurück. Dieter Köneke sprach ihm ein besonderes Dankeschön aus.

Bei den Neuwahlen wurde für Wilfried Hilse  Joachim Köneke, Nienhagen, in den Vorstand gewählt. Als Delegierte für Verden sowie für den Bezirksverband wurden Henning Bruns, Altencelle, Heinrich Schumeier, Lachendorf sowie Thorben Schulze, Steinhorst bestimmt. Als weitere Delegierte für den Bezirksverband wurden Joachim Köneke sowie Sonja Hohnemann, Wienhausen, gewählt. 

In ihrem Tätigkeitsbericht informierte Heike Wienecke über das Zuchtjahr 2019. Der Mitgliederbestand des Vereins betrug am 31.12.2019  185 Mitglieder; 3 Mitglieder konnten neu im Verein begrüßt werden, demgegenüber traten 7 Mitglieder aus. Davon sind 164 aktive Mitglieder.

Mitte Juni fand die Stutbuchaufnahme sowie die Stutenschau in Nienhagen statt. 15 Stuten wurden neu aufgenommen. Bei den Zweijährigen ging eine Fuchsstute von Floriscount/Don Crusador aus der Zucht von Hinrich Engelke, Dörverden, an der Spitze. Bei den Dreijährigen sicherten sich vier Stuten eine Anwartschaft auf die hann. Prämie: eine Rappstute von For RomanceI/ Quaterback von Hermann Ulbrich, Peine, eine Rappstute von Rotspon/ Quaterback von Jan Peter Schlüschen, Aach, die Stute Baroness von Bon Coeur/Prince Thatch xxvon Sigrid David, sowie Amira von Amiro Z/Conteur von der HS Schumeier GbR. Bei den vier- bis sechsjährigen Stuten stand die Hann.Pr.St. Fleur de Vie von Fidertanz/Sandro Hit an der Spitze. Sie wurde auch beste Stute der Schau. Der komplette Ring erhielt einen 1a Preis. Zwei Familien rundeten die Schau ab. Siegerfamilie wurde die Stute Cantate von Conteur/ Dynamo mit ihren beiden Töchtern HannPr.A. Charlotta von Cristallo sowie HannPr.A. Amira von Amiro Z von der HS Schumeier GbR. Die Stuteschau zeichnete sich durch eine besondere Qualität aus. 70% der Stuten wurden mit einem 1a Preis ausgezeichnet.

Einen Tag nach der Sutenschau fand die Fohlenschau in Nienhagen statt. Von den 27 im Katalog verzeichneten Fohlen, waren 24 am Start. 

Beim Tagesordnungspunkt Verschiedenes wurde das Problem der immer kleiner werdenden Teilnehmerzahlen bei den Stutenschauen und Fohlenschauen erörtert. Das Schausystem müsste grundsätzlich überarbeitet werden. Bei den Stutenschauen sollten sich eventuell mehrere Vereine zusammenschließen? Für die Fohlenschau hat sich der Vorstand des PZV Celle/ Südheide dahin ausgesprochen, sie auch für Fohlen anderer Warmblutverbände zu öffnen.

Als Gastredner war Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff, Zuchtleiter beim Oldenburger Verband, eingeladen. Er sprach über das Thema: Die Verbände beginnen sich zu öffnen. Warum sind die Hannoveraner nicht mehr wie früher in den internationalen Sport-Erfolgslisten an den vorderen Plätzen zu finden, was haben sie falsch gemacht? Die Holländer und Belgier haben die Hannoveraner längst mit ihren Produkten überholt, obwohl deren Zucht hauptsächlich auf hannoverscher Genetik basiert. Ein Fehler ist sicher, dass in den deutschen Zuchtverbänden kaum noch eine Selektion stattfindet. Wenn jemand seinen Hengst gekört haben möchte, und er wird in einem Zuchtverband abgelehnt, geht er zum nächsten Zuchtverband. Damit kommt man nicht weiter. Die Zuchtverbände sollten sich öffnen und sich zusammenschließen. Die Züchter sind mittlerweile sehr viel weiter als ihre Verbände. Die Züchter suchen sich einen Hengst aus, der international für Furore sorgt. Sie wollen ihre Zuchtprodukte einmal gut verkaufen können. Schleppinghoff warnte dabei aber auch, man sollte bei dem Leistungsgedanken nicht die gute Rittigkeit unserer Pferde vergessen, denn die meisten Pferde werden von Amateuren geritten. 

 Petra von Burchard

Impressionen

Wilfrid Hilser mit Dieter Köneke
 

Jochen Bruns mit Dieter Köneke
 

Dr. Schulze-Schleppinghoff
Zuchtleiter des Oldenburger Zuchtverbandes
 

Dr. Cord Gaus mit Dieter Köneke